Situationen auf den gemeinsamen Geh-/Radwegen
Beispiel einer Infotafel über Begegnungen auf gemeinsamen Geh- und Radwegen



Verkehrszeichen

Gemeinsam mit Rücksicht

Mehr Rücksicht schafft mehr Freude

Aufgrund des stark zunehmenden Radverkehrs, der durchaus zu begrüßen ist, nehmen auch die Nutzungskonflikte auf den gemeinsamen Geh- und Radwegen zu. Verständlicherweise es nicht möglich, für jede Fortbewegungsart eine eigene Wegetrasse anzulegen, sodass in vielen Fällen nur eine gemeinsame Nutzung der Wege durch Fußgänger, Radfahrer, Skater usw. eingerichtet werden kann. Dies gilt insbesondere bei Wegeverbindungen im Freiraum abseits von Straßen. Bei einem so genannten gemeinsamen Geh- und Radweg sind die Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt und haben aufeinander Rücksicht zu nehmen ( 1 StVO), jedoch trifft den Radfahrer nach der gesetzlichen Wertung und der einhelligen höchst- und obergerichtlichen Rechtsprechung die höhere Verantwortung.

Bei einem gemeinsamen Geh- und Radweg abseits von Straßen sind Konflikte leider an der Tagesordnung, insbesondere bei schönem Wetter, wenn viele Radfahrer auf ebenso viele Fußgänger treffen. Nicht selten sind ganze Gruppen von Fußgängern und Radfahrern unterwegs, die die volle Wegebreite beanspruchen, Radfahrer, die schnell unterwegs sein wollen, Jogger und Familien mit kleinen Kindern, die gerade das Fahrradfahren gelernt haben. Auch Inline-Skater verschärfen oftmals diese Konflikte. In solchen Situationen geht es dann für alle nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme besser voran. Insbesondere sollte nicht die gesamte Wegebreite beansprucht werden, wenn man als Gruppe von Fußgängern oder Radfahrern unterwegs ist. Wenn alle ein wenig Raum lassen, kommen Radfahrer, Skater und Jogger oder Fußgänger und Fahranfänger problemlos aneinander vorbei.

Oft ist auch das Tempo der Radfahrenden dem Nutzungsdruck der Wege nicht angepasst. Gerade wenn ältere Menschen, Kinder oder Hundehalter unterwegs sind, muss immer damit gerechnet werden, dass diese stehen bleiben oder manchmal spontan die Richtung wechseln. Besondere Aufmerksam sollten Hundehalter walten lassen, die Ihre Tiere nicht angeleint oder an einer langen Leine ausführen. Als Radfahrender ist man auch besser beraten, stets bremsbereit zu sein und gegebenenfalls langsamer zu fahren. Allerding muss auch ein Fußgänger immer damit rechnen, dass Skater und Radfahrer zügig unterwegs sind. Höhere Fahrgeschwindigkeiten sind mit einem elektrisch unterstützten Rad heute kein Problem mehr und auch Fußgängern ist zu empfehlen, erst nach hinten zu sehen, bevor sie die Richtung ändern.

Appell zur Beachtung von Verkehrszeichen

Es gibt eine Reihe von Verkehrszeichen an den Wegen, welche die Nutzung durch die jeweiligen Verkehrsteilnehmer regeln sollen. Die Einhaltung dieser Regeln entspannt die Situationen für alle Nutzergruppen auf den Wegen deutlich und führt zu mehr Sicherheit. Die schlichte Beachtung leistet aber auch einen großen Beitrag zu mehr Rücksichtnahme.

Die mit den Verkehrszeichen "Radweg" oder "Fußweg" ausgewiesenen Wege schließen entweder den Fußgänger- oder den Radfahrverkehr aus, weil sie auf die jeweilige Nutzung beschränkt sind. Eine Beherzigung dieser einfachen Regel würde manchen Streitpunkt erst gar nicht entstehen lassen!

Das Verkehrszeichen für den gemeinsamen Geh- und Radweg hat einen Querstrich. Fußgänger und Radfahrer nutzen den Weg gemeinsam in seiner ganzen Breite mit der gebotenen Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer.

Das Verkehrszeichen für getrennte Geh- und Radwege stellt die Wegetrennung durch einen senkrechten Strich dar. Diese Ausweisung kommt bei besseren Raumverhältnissen zu Einsatz, wo der Platz auch für eine Wegetrennung zur Verfügung steht. Im Sinne einer gegenseitigen Rücksichtnahme gilt es auch hier, dass Radfahrer und Fußgänger die Trennung respektieren und den für sie bestimmten Raum einhalten.

Warum stehen seit kurzem Infotafeln an den Fahrradtrassen?

Zur Sensibilisierung für diese Nutzungskonflikte wurde versucht, die Probleme mittels Comiczeichnungen darzustellen, um sozusagen mit einem Augenzwinkern darauf aufmerksam zu machen und zum Nachdenken anzuregen, anstatt mit dem "erhobenen Zeigefinger" in Form von Ver- oder Geboten zu arbeiten. Die Hoffnung ist, dass die Nutzer auf diesen Wegen mehr Verständnis füreinander aufbringen, wenn sie sich in einer der klassischen Problemsituationen auf den Zeichnungen wiederfinden. Die Infotafeln sind an 13 unterschiedlichen Standorten vorgesehen und mit verschiedenen Motiven ausgestattet.

Tipp für den Einsatz der Fahrradklingel bei Begegnungsverkehr

Der Sinn einer Klingel ist, im Gefahrenfall warnen zu können. Würden sich alle Verkehrsteilnehmer auf den gemeinsamen Fuß- und Radwegen mit gegenseitiger Rücksichtnahme fortbewegen, bräuchte man die Fahrradklingel eigentlich nicht. Doch leider ist das oft nicht der Fall. Als Radfahrer ist man stets im Dilemma, zu entscheiden, die Klingel zu nutzen oder nicht. Nähert man sich unbemerkt ohne Klingeln, beschwert sich der Fußgänger; klingelt man, erschrickt oft auch der Fußgänger. Zu empfehlen ist der Einsatz der Klingel, wenn der Eindruck besteht, der Fußgänger würde nicht mit einem Radfahrer rechnen. Dies gilt insbesondere bei Fußgängern mit freilaufenden Hunden oder Familien mit kleinen Kindern. Macht man sich frühzeitig bemerkbar und reduziert seine Geschwindigkeit, hat der Fußgänger die Möglichheit, einen Schritt zur Seite machen oder seinen Hund festzuhalten und Eltern ihre Kinder zu beschützen.

Den größten Beitrag zu einer Entspannung beim Begegnungsverkehr leisten jedoch ein paar freundliche Worte. Wer nach dem Motto verfährt "Höflichkeit ist eine Zier, jedoch komm' ich weiter ohne ihr" macht sich selbst keine Freude und die sollte doch im eigenen Interesse sein.